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Digitale Kriegsgräberkarte

Kriegsgräberstätten sind mehr als nur geografische Punkte auf einer Karte. Sie sind Mahnmale gegen das Vergessen, Zeugnisse der Geschichte und Ausdruck unserer Verpflichtung gegenüber den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Jeder Grabstein erzählt eine Geschichte – von Verlust, von Schmerz, aber auch von Hoffnung auf Versöhnung und Frieden.

Landkreis Börde – Friedhof Farsleben

Bestattete Kriegstote: 32

Auf dem Friedhof in Farsleben ruhen in einem Sammelgrab 32 unbekannte jüdische KZ-Häftlinge, die einen Gefangenentransport zur Evakuierung des KZ Bergen-Belsen nach Theresienstadt nicht überlebten.

Der Zug mit ca. 2.400 Häftlingen kam am 12.04.1945 in einem Waldstück bei Farsleben zum Stehen. Am nächsten Tag wurden sie von US-Soldaten befreit. Trotzdem starben in den nächsten Tagen noch Menschen aufgrund von Krankheit und Unterernährung. Die Überlebenden wurden nach Hillersleben verbracht (vgl. auch den Eintrag zum Friedhof Hillersleben).

Das Schicksal der Opfer des „gestrandeten Zuges“ war bis vor wenigen Jahren weitgehend in Vergessenheit geraten. Das örtliche Museum, ein eingetragener Verein und Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wolmirstedt erforschen seit einigen Jahren diese Ereignisse.

Inzwischen wurde auch an der Stelle, an welcher im Jahre 1945 der Evakuierungszug zum Stehen kam, ein Gedenkstein errichtet. Leider fielen die umfassenden Aktivitäten des Vereins – er hatte im Jahr 2020 verschiedene Veranstaltungen vorbereitet, zu denen auch Überlebende aus vielen Ländern der Welt kommen sollten – der Corona-Pandemie zum Opfer.

Die Grabanlage besteht aus mehreren Gräbern mit Steinumfassungen. Auf einem aus schwarzen Stein bestehenden alten Gedenkstein befindet sich die Inschrift:

„Gedenke!

Hier ruhen 32 unbekannte jüdische KZ-Häftlinge,

die auf dem Todesmarsch von Bergen-Belsen

von den Faschisten ermordet wurden

und im April 1945

hier ihre letzte Ruhestätte fanden.“

Unmittelbar daneben wurde vor einigen Jahren ein Granitstein aufgestellt, der eine Metallplatte trägt. Auf dieser werden die Lebensdaten der vier namentlich bekannten Opfer mitgeteilt, die zwischen dem 19. und 25.04.1945 verstorben sind. Zusätzlich enthält die Tafel folgenden Text:

„Gemeinsam mit 28 namenlosen ermordeten

ehemaligen jüdischen Häftlingen

des Konzentrationslagers Bergen-Belsen,

‚denen sich das Tor zur Freiheit hier in Farsleben auftat,

aber nur, um als freie Menschen

durch das Tor des Todes zu gehen‘.

Mögen sie bei Gott Geborgenheit finden

und im Garten Eden ihre Ruhe.

Mögen sie in Frieden ruhen

bis zu ihrer Auferstehung am Ende der Tage.

Amen.“

Am Friedhof befanden sich ursprünglich noch die Gräber von zwei Soldaten. Diese Gräber sind jedoch vermutlich eingeebnet worden.

Angaben zur Grabstätte

Landkreis/Kreisfreie Stadt
Landkreis Börde
Ort des Grabes
Friedhof Farsleben
Adresse

39326 Wolmirstedt

Angaben zur verantwortlichen Stelle

Name des Kontaktes
Stadt Wolmirstedt
Adresse
August-Bebel-Straße 25
39326 Wolmirstedt
E-Mail
info@stadtwolmirstedt.de
Telefon
039201/64-6
Fax
039201/64-800

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